Im Rahmen eines universitären Forschungsprojektes entstanden an der Mies-van-der-Rohe-Straße in Aachen vier 7 × 7 m große Pylonen aus Textilbeton. Die textile Bewehrung ermöglicht an den Außenkanten eine statische Höhe von nur ungefähr 4 cm und wirkt dadurch äußerst filigran.
Unsere Aufgabe bei IParch bestand darin, den Pylonen eine Fassade zu geben, die ihrer Konstruktion gerecht wird, und das Ensemble schließlich zu einem Arbeitsraum für Studierende zu komplettieren. Unser höchstes Gebot war die Sichtbarkeit der Unterkonstruktion, das uns zu einer Fassade aus großformatigen Scheiben veranlasste. Die notwendigen technischen Einbauten wurden auf das Äußerste reduziert und von Stützen und Fassade abgerückt. Um das Konzept der Pylonen auf einer freien Wiese zu unterstreichen, ist der Boden in grasgrünem Linoleum ausgeführt.
Ich war an der Fassaden- und Innenraumplanung sowie an der Ausschreibungs- und Ausführungsphase beteiligt. Nach der Fertigstellung des Gebäudes fertigte ich diese Fotoserie an.
„Ein schöner, schlichter Pavillon bietet Studenten des Fachbereichs Bauingenieurwesen an der RWTH Aachen seit April Platz zum Lernen und Arbeiten. Zunächst war er »nur« als Demonstrationsobjekt für Schalentragwerke aus Textilbeton geplant, in einer Inkarnation als Ausstellungsraum, doch ist die jetzige Funktion viel nachhaltiger: Er wird permanent genutzt und kann den Nachwuchsingenieuren als unmittelbare Anschauung und Inspiration dienen.“
db deutsche bauzeitung
Beteiligte
Freie Mitarbeit bei IParch, Aachen
Dipl.-Ing. Hendrik Daniel
Dipl.-Ing. Ralf von Ameln
Lehrstuhl für Baukonstruktion, RWTH Aachen
Prof. Hartwig Schneider
Institut für Massivbau, RWTH Aachen
Prof. Josef Hegger
Institut für Stahl- und Leichtmetallbau, RWTH Aachen
Prof. Markus Feldmann
Fotografien von Benno Helpenstein